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17. Februar 2016

Sophie Jordan: Infernale

Loewe | 384 Seiten | erschienen: 02/2016 | Originaltitel: Uninvited
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Ich muss nachdenken, bis mir einfällt, wann wir an der Schule auf HTS getestet wurden. Das war Anfang des Schuljahres. Lange bevor die ersten Herbstblätter fielen und Integralrechnung mir Kopfzerbrechen bereitete. Lange vor der Homecoming-Feier von Everton. Lange bevor Zac sich zum ersten Mal mit mir verabredet hat.

Über das Buch

Als Davy in einem DNA-Test positiv auf das Mördergen Homicidal Tendency Syndrome (HTS) getestet wird, bricht ihre heile Welt zusammen. Sie muss die Schule wechseln, ihre Beziehung scheitert, ihre Freunde fürchten sich vor ihr und ihre Eltern meiden sie. Aber sie kann nicht glauben, dass sie imstande sein soll, einen Menschen zu töten. Doch Verrat und Verstoß zwingen Davy zum Äußersten. Wird sie das werden, für das alle Welt sie hält und vor dem sie sich am meisten fürchtet - eine Mörderin?


Meine Meinung

Einstieg
positiv
Man lernt Davy, die Protagonistin, in ihrem normalen Umfeld kennen, sie geht zur Schule, hat Freunde und lebt eben ihren Alltag. Der Einstieg war gut, auch wenn ich die ganze Zeit dachte: "Gleich kommt was.", denn so musste es doch sein. Das normale Umfeld von Davy kennenzulernen ist besonders in Hinblick auf den Werdegang der Geschichte wichtig.

Schreibstil
positiv
Ich habe es als sehr angenehm empfunden, die Geschichte in der Ich-Erzähler Perspektive zu lesen, da man so in Davys Gedankengänge abtauchen kann und auch Veränderungen in ihren Handlungen und ihrem Denken schnell bemerkt. Es wurden einfache Worte und Sätze gewählt, die einen gut im Buch versinken lassen. Ich habe das Buch innerhalb von zwei Arbeitstagen verschlungen, das spricht eindeutig für einen sehr guten und vor allem spannenden Schreibstil.

Idee
sehr gut
Was für eine wahnsinnigs Überlegung und wenn man mal genauer drüber nachdenkt, doch eigentlich gar nicht so weit entfernt, oder? Wie lange besteht denn schon die Diskusion ob bestimmte Verhaltensweisen angeboren sind oder anerzogen werden? Was würde geschehen, wenn man so etwas, wie das Mördergen entdeckt? Was würde aus unserer Gesellschaft und vor allem aus uns selbst werden?

Charaktere
positiv
Am Anfang habe ich noch gedacht, dass es eine Goodgirl/Badboy-Geschichte wird und war auch wirklich schon ziemlich entnervt, aber ich kann eindeutig Entwarnung geben, in die Richtung geht es nicht wirklich. Es hat nur den Anschein. Mit Davy bin ich sofort auf einer Wellenlänge, ich kann ihre Gefühle und Hoffnungen nachvollziehen, auch wenn ich schon viel eher als sie gemerkt habe, dass es nicht viel Hoffnung gibt - in keinem Aspekt. Auf die anderen Charaktere gehe ich jetzt nicht genauer ein, um nicht zu viel von ihnen zu verraten, aber sämtliche Charaktere, sowohl die wichtigen, als auch die Nebencharaktere sind gut ausgearbeitet und ich habe das Gefühl, dass man ein Nebencharakter noch wirklich wichtig werden könnte.

Verlauf
sehr gut
Der Anfang war voller Veränderungen. Eben noch saßen wir mit Davy ruhig in der Schule und dann auf einmal ist nichts mehr so wie es sein sollte. Alles verändert sich und Davy muss sich dem Ganzen fügen. Es wird sehr detailliert beschrieben was sich verändert und das ist auch gut so, dadurch ist das Tempo anfangs etwas langsamer, aber nach diesem Abschnitt nimmt es gewaltig an Fahrt auf. Langeweile, so viel kann ich euch versprechen, kommt auf keiner Seite auf.

Ende
typisch
Das Ende des ersten Teil lag mir leider nicht so sehr, da es wirklich so ein ganz typisches Ende eines ersten Teils einer Dystopie war. Genauso mit anderen Namen, in einer etwas anderen dystopischen Welt, habe ich es schon mindestens 2 Mal gelesen. Irgendwie schade.

Spoiler


Bewertung: Note 2+

Ich vergebe für den ersten Teil von "Infernale" die Note 2+, weil die Geschichte meine Erwartungen eigentlich übertroffen hat, das Ende das Ganze für mich aber ein wenig verhagelt hat. Das Buch glänzt durch einen packenden Erzählstil, ein intelligentes, zum Nachdenken anregendes Thema und gut ausgearbeitete Charaktere, die einen durch die Geschichte begleiten. Besonderes Plus ist für mich, dass es endlich mal kein drei Teiler wird, sondern eine Dilogie bleibt. Von mir gibt es für Infernale eine absolute Leseempfehlung. Wer gerne Dystopien liest, der sollte diese Reihe nicht verpassen.



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Meine Frage an euch ..

Die Frage der Fragen, lasst uns drüber philosophieren:
Sind bestimmte Eigenschaften wie Brutalität und Aggressivität angeboren oder anerzogen?
Ich glaube, dass es sicherlich eine Veranlagung dafür gibt, ob Menschen eher zu solchen Verhalten neigen oder nicht, aber ich denke auch, dass die Umwelt der ausschlaggebende Faktor dafür ist, ob eben diese Veranlagung "ausbrechen" kann. Wenn man in einer liebevollen Umgebung aufwächst, in der man lernt, was recht und schlecht ist - damit meine ich nicht nur die Familie, sondern auch die Freunde, eben alle Leute mit denen sich der Mensch umgibt - dann kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass man trotzdem gewaltätig wird.


Kommentare:

  1. Liebe Lotta, immerhin sind wir uns einig, dass die Idee zumindest richtig gut ist. ;-)

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  2. Hey Lotta :)

    die Idee des Buches klingt ja wirklich spannend. Ich denke aber, dass das mich das Ende dann auch gestört hätte. Ich finde, sowas zieht dann immer den Gesamteindruck des Buches stark runter. Da kann der Rest des Buches noch so gut sein, wenn das Ende nicht stimmt, dann war's das ;)

    Liebe Grüße,
    Tati

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  3. Hallöchen liebe Lotta,

    oh je, ich habe schon viel zu lange nicht mehr bei dir kommentiert. Das tut mir so leid! Aber das hole ich jetzt nach. :)

    Deine Rezi ist absolut wundervoll, wie immer! Und ich freue mich sehr, dass wir uns wieder mal ziemlich einig waren. Ich bin schon richtig gespannt auf den 2. Band!
    Vielen lieben Dank auch für die Verlinkung! :)

    Bezüglich deiner schönen Frage, kann ich dir eigentlich nur zustimmen. Ich denke auch, dass ein kleiner Teil angeboren ist, aber das Umfeld, vorallem die Familie haben einen großen Einfluss auf die persönliche Entwicklung.

    Ganz liebe Grüße und Dir noch einen schönen Abend,
    Hannah
    <3

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  4. Ich hoffe sehr, Liebes, dass du mit dem, was du in deinem Spoiler gesagt hast, Recht behalten wirst. Mir kam es auch so vor, als wäre es so, wie du geschildert hast. Da lassen wir uns einfach mal überraschen. :)
    Es freut mich, dass wir mal wieder einer Meinung sind. Ich hätte das Buch fast als Pageturner ausgezeichnet, aber da mir zwei Winzigkeiten nicht gefallen haben, sind es "nur" fünf Blumen geworden. ;)
    Was deine Frage angeht, sehen wir das fast gleich: Ich denke, dass es am persönlichen Umfeld liegt und auch an der Erziehung/Einfluss der Familie. Dass da was angeboren ist, kann ich mir eher weniger vorstellen.
    Schlaf schön. ♥
    Kitty ♥
    P.S. Ich werd dich verlinken, okay?

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