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10. Februar 2016

Elizabeth LaBan: So wüst und schön sah ich noch keinen Tag

Hanser | 288 Seiten | Erscheinungsjahr: 2016 | Originaltitel: The Tragedy Paper
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»So wüst und schön sah ich noch keinen Tag«, sagte Vanessa, als wir am Aufzug ankamen. »Wie bitte?« Ich dachte, ich hätte nicht richtig gehört. »Na, hör mal, das musst du doch kennen!«, sagte sie schmunzelnd. »Aus Sharespeare, Macbeth? Wenn man so heißt wie du, kommt man doch erst recht kaum daran vorbei. (...)«

Über das Buch

Im renommierten Irving-College ist es Tradition, seinem Zimmer-Nachfolger eine Überraschung zu hinterlassen. Duncan findet besprochene CDs seines Vorgängers Tim, die eine traurige Liebesgeschichte offenbaren. Tim, der als Albino meist zum Opfer von Anfeindungen und Mobbing wird, verliebt sich darin in die begehrenswerte Vanessa. Mit ihr fühlt er sich das erste Mal nicht als Außenseiter. Trotzdem fehlt ihm der Mut, ihr seine Gefühle zu gestehen. Ein Mangel an Selbstbewusstsein, der zum tragischen Unglück führt. Für Duncan ist Tims Geschichte aber der Anstoß, endlich den entscheidenden Schritt in Richtung Liebe zu tun. Ein mitreißendes Debüt über das Erwachsenwerden, verbotene Liebe und Verlust.


Meine Meinung

Einstieg
positiv
Duncan kommt nach dem Sommerferien wieder an seine Schule und beschreibt dem Leser seinen Weg zu seinem neuen Zimmer, denn die Schüler des letzten Jahrgangs bekommen Einzelzimmer und es gibt ein bestimmtes Ritual, dass man erst erfährt welches Zimmer man bekommt, wenn der erste Tag nach den Ferien ist und dort lässt derjenige, der vorher dort gewohnt hat einen Schatz zurück für den neuen Schüler. Eine ziemlich spannende Situation, nicht nur für Duncan. Natürlich wollte ich wissen, was er für einen Schatz bekommt.

Schreibstil
passend
Die meisten Jugendbücher sind sehr leicht geschrieben und haben einen lockeren Umgangston, bei diesem Jugendbuch ist das ein wenig anders, es geht viel um Literatur, um Tragödien und auch werden dort Begriffe verwendet, die damit zu tun haben, wie z.B.: Monomanie. Worte, die zumindest in meinem alltäglichen Sprachgebrauche keine Anwendung finden. Das Meiste wird im Text erklärt, aber doch wirkt alles insgesamt sehr ernst, es passt zum Thema der Geschichte. Das Buch ist aus der Sicht von zwei Ich-Erzählern geschrieben, Duncan, der sein letztes Jahr an der Irving verbringt und Tim, der Duncan von seinem letzten Jahr erzählt. Mir hat die Art und Weise sehr gut gefallen.

Charaktere
blass
Leider blieben die Charaktere bis auf Tim alle sehr blass. Von Tim hatte ich eine gute Vorstellung, weil er uns seine Geschichte erzählt hat, weil er mich und auch Duncan auf seine Reise durch das letzte Schuljahr mitgenommen hat und man als Leser viel davon erfahren hat, wie es in ihm aussieht, was ihn bedrückt und glücklich macht. Vanessa, die ebenfalls eine große Rolle spielt, blieb zu undurchsichtig, aber das ist wohl der Tatsache verschuldet, dass selbst Tim sie nicht richtig einschätzen konnte. Duncan, der ebenfalls Ich-Erzähler ist, blieb blass, ich konnte mich nicht richtig in ihn hineinversetzen, er war so unnnahbar.

Verlauf
fehlendes Tempo
Die Idee zur Geschichte an sich war wirklich sehr gut, aber mir hat die gesamte Zeit das Tempo gefehlt. Alles schlich so dahin, so dass es gar keine Möglichkeit gab, dass Spannung aufkommt. Natürlich wollte ich wissen, was geschehen war, dass Tim Duncan seine Geschichte erzählt, ich wollte wissen wie alles zusammenhängt, aber es hat sich sehr gezogen.

Ende
positiv
Ich fand es gut gemacht, wie sich am Ende alles zusammengefügt hat. Alles hat ein großes Gesamtbild ergeben und ich konnte das Buch zufrieden beenden. Jetzt im Nachhinein gibt es einen Punkt bei dem ich gerne etwas dazu gewusst hätte, aber direkt nach dem Beenden des Buches, war ich schlichtweg zufrieden.

Spoiler


Bewertung: Note 3

Der Aufbau und die Art und Weise der Geschichte konnten mich von sich überzeugen. Der Schreibstil, der sehr ernst ist, war passend und hat mich dazu gebracht immer weiterzulesen, aber leider waren die Charaktere, bis auf Tim, sehr blass (was schon ein wenig Ironie ist) und dem Verlauf fehlte es deutlich an Tempo. Ich vergebe für "So wüst und schön sah ich noch keinen Tag" die Note 3.



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Seitenweise


Meine Frage an euch ..

Dieses Buch zählt für mich zu den ernsthafteren Jugendbüchern.
Habt ihr bereits ernsthafte Jugendbücher gelesen und welches konnte euch so richtig überzeugen?
Ich habe natürlich, wie ich glaube alle in meinem Alter, die Welle gelesen und dieses Buch fand ich damals unglaublich gut. Ich habe es wohl am schnellsten von allen aus meiner Klasse gelesen. Außerdem haben wir damals "Die Wolke" gelesen und ich weiß noch, dass das Buch mich total mitgenommen hat. Ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen, aber war manchmal auch aufgelöst über das, was in der Geschichte passiert ist. Zur Zeit habe ich eher weniger ernsthafte Jugendbücher gelesen. Ich finde das sollte ich mal wieder ändern. Her mit euren Tipps!


Kommentare:

  1. Hallo liebe Lotta,

    ich muss gestehen, ich tue mich mit deiner Frage ein wenig schwer, denn irgendeinen einen Funken Ernsthaftigkeit haben sie ja alle irgendwo. Ok, nicht ganz, aber zumindest fast. :)
    Nach reichlicher Überlegung fallen mir jedoch drei Bücher ein, die vielleicht ein wenig in die Richtung gehen könnten, die du mit deiner Frage an uns im Sinn hattest. "Das Lied der Träumerin" von Tanya Stewner, "Little Brother" von Cory Doctorow und "Live fast, play dirty, get naked" von Kevin Brooks. In jedem dieser Bücher geht es ums Verliebtsein, aber eben nur als Teil des Ganzen.
    "Das Lied der Träumerin" hat mich zu Tränen gerührt, weil es mich so mitgenommen hat, dass einer der Charaktere unfähig ist, jegliche Art von Gefühlen zu verstehen oder gar zu empfinden und die Ich-Erzählerin sich alle Mühe gibt, ihm diese zu erklären.
    "Little Brother" setzt sich mit dem Thema Privatsphäre auseinander und erklärt dem Leser auf äußerst lockere und packende Art und Weise Wichtiges zum Thema Internetsicherheit.
    "Live fast, play dirty, get naked" geht in eine ganz andere Richtung. Hier dreht sich alles um die Geburt des Punks, um Rebellion, um Provokation.

    Kennst du eins dieser Bücher? :)

    Liebe Grüße
    Maike

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    1. Hallöchen Maike,
      irgendwie hast du Recht, in eigentlich jedem - fast jedem - Jugendbuch gibt es einen Funken Ernsthaftigkeit und Moral - dafür sind die Bücher ja auch irgendwie da oder nicht? Deine Empfehlungen werde ich mir defintiv mal anschauen. Vor allem "Little Brother" klingt sehr interessant. :D
      Danke dir!

      Liebst, Lotta

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  2. Hey Lotta,
    der Klappentext hört sich ja schon vielversprechend an, allerdings war ich dann etwas enttäuscht, dass du dem Buch nur ne 3 gegeben hast. So schafft es das Buch eher nicht auf meine Wunschliste.

    Die Jugendbücher mit den ernsten Themen ist ja bei mir so eine Sache... Siehe nur "Das Schicksal ist ein mieser Verräter". Alle begeistert, nur die liebe Ellen hat sich nur minimal unterhalten gefühlt. Irgendwie flashen mich gerade diese Bücher nie richtig. Daher hatte ich gerade bei diesem Buch auf einen Volltreffer gehofft. Wirklich schade eigentlich...

    Alles Liebe, Nelly

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    1. Hallöchen Nelly,
      ja das stimmt, der Klappentext ist vielversprechend und die Idee ist auch wirklich gut, leider hakt es hier an der Umsetzung. :/ Vielleicht würde es dir besser gefallen als mir.. wer weiß.
      Ja, ich weiß, Tfis war nicht so deins, aber es gibt ja auch noch andere ernsthafte Jugendbücher und ich muss sagen, ich liebe es sie zu lesen. "Wahrheit schmeckt nach Mokkatorte" zum Beispiel hat mich total mitgerissen.

      Liebst, Lotta

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  3. Hey Lotta,

    das Buch steht bei mir ziemlich weit oben auf der WuLi und auch wenn es dir nicht mega gefallen hat, so hast du doch ein paar Punkte angesprochen die bei mir nur noch mehr auslösen. Von daher bin ich nur noch gespannter und werde mir das Buch demnächst mal zulegen müssen. :)

    Lieeb Grüße
    Svenja

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    1. Hallöchen Svenja,
      ich finde es sehr gut, dass du dich nicht von meiner Rezension abschrecken, sondern irgendwie eher anspornen lässt. Nur weil mir mal ein Buch nicht so gut gefallen hat, heißt das ja nicht dass es anderen nicht gefällt. Ich freue mich schon drauf deine Meinung zum Buch zu erfahren und hoffe, dass es dir besser gefallen wird, auch wenn ich es nicht wirklich schlecht fand.

      Liebst, Lotta

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  4. Servus liebe Lotta,
    also die Idee des vorgestellten Buches klingt gut, würde mich aber nicht reizen zu lesen. Schade, dass Dir die Umsetzung nicht so ganz gefallen hat.

    Ich muss ehrlich zugeben, "ernsthafte Jugendbücher" nicht zu meiner Lektüre zu zählen - da ist mir ein historisch geprägtes Buch, das auch ernsthafte Themen aufarbeitet, lieber und interessanter. Die Jugenddramen möchte ich gerne in der Vergangenheit lassen ;-)

    Die Welle hab ich natürlich auch gelesen, sie hat mir ebenfalls gut gefallen. Wäre noch Herr der Fliegen zu nennen, aber mir zu brutal. Es gibt eine Szene daraus, die ich im Leben nicht vergessen werde und das ist keineswegs eine schöne. Aber es würde in die Kategorie der ernsthaften Jugendbücher fallen. Wenn Du die Welle nennst, füge ich noch 1984 hinzu - absolut großartig und noch immer brandaktuell.

    Soweit für heute!
    Dir einen schönen Abend & LG
    Kati

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    1. Hallöchen Kati,
      ja ich finde es immer extrem nervig, wenn ein Buch so im Mittelmaß hängen bleibt, wie dieses hier. Die Idee war richtig gut, aber die Umsetzung naja..
      "Der Herr der Fliegen" habe ich nie gelesen .. und irgendwie graut es mir jetzt auch ein bisschen davor. Ich bin eine ziemliche Schissbuchse. ^^ "1984" habe ich auch nicht gelesen, aber ich weiß auch nicht, ob das unbedingt etwas für mich wäre. Du hast mich neugierig gemacht. Ich werde mir "Herr der Fliegen" mal anschauen. :D

      Liebst, Lotta

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    2. Schissbuchse? *muahaha* jetzt bin ich gerade vom Stuhl gefallen! Also diesen Ausdruck kannte ich noch nicht.
      Apropos "anschauen" - Herr der Fliegen gibts auch als Film, machts aber eher noch schlimmer, jedenfalls für mich, das quasi live zu sehen .. dann lieber lesen.

      Herr der Fliegen ist übrigens der Grund, warum ich mich als Teenager erst spät an Herr der Ringe rangetraut habe. Der Titel war mir zu gleich und ich hatte somit ..."schiss" vor dem Buch, dabei sind sie natürlich absolut grundverschieden.

      Liebe Grüße & gute Besserung!
      kati

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    3. Waaaas? Du kennst "Schissbuchse" nicht? :D Das ist bei uns ein ganz normales Wort für einen Angsthasen. ;) Haha. Aber ich freue mich sehr, dass ich dich zum Lachen bringen konnte. :D :D
      Ich glaube, ich werde erstmal das Buch lesen und dann vielleicht irgendwann mal den Film gucken - oder auch nicht.. je nach dem wie gruselig das Buch war. xD
      Herr der Ringe habe ich noch nicht und werde ich auch nie lesen. ^^ Das ist irgendwie einfach nichts für mich.

      Liebst, Lotta

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  5. Hi Lotta!
    Wie du vielleicht schon bemerkt hast, verbringe ich gerade ein bisschen Stöberzeit auf deinem Blog und bin natürlich auch über diese interessante Rezi gestolpert. Auf das Buch bin ich schon seit langer Zeit sehr neugierig, da ich ein großer Fan der Jugendbuch-Titel aus dem Hanser Verlag bin. Schade, dass es dich nicht so richtig packen und von sich überzeugen konnte. Auf meiner Wunschliste steht "So wüst und schön sah ich noch keinen Tag" noch und ich bin gespannt, ob ich mich deiner Meinung irgendwann anschließen werde.
    Liebe Grüße
    Anka

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    1. Hallöchen liebe Anka,
      ich freue mich sehr, dass du so fleißig auf meinem Blog stöbern warst! :D Ich freue mich über deine vielen tollen Kommentare. Ich mag die Jugendbuch-Titel von Hanser eigentlich auch immer sehr gerne, vor allem weil sie meistens Hintergrund haben und nicht einfach nur Geplänkel sind, aber irgendwie hat es hier für mich bei der Umsetzung gehapert. Leider. Ich hatte mir mehr davon erhofft. Ich bin gespannt, wie du das Buch finden wirst! :D

      Liebst, Lotta

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